Die meisten Betreiber erfahren von einem Ausfall ihrer Website durch einen Kunden, der anruft, oder durch einen Blick auf sinkende Anfragen. Dann ist die Website oft schon Stunden oder Tage gestört. Monitoring dreht das um: Ein Werkzeug prüft die Website laufend und meldet sich, sobald etwas nicht stimmt. Dieser Ratgeber zeigt, was bei WordPress überwacht werden sollte, was WordPress selbst dafür mitbringt und wofür du einen externen Dienst brauchst.
Erreichbarkeit und Antwortzeit
Die wichtigste Frage ist einfach: Ist die Website erreichbar? Das lässt sich nur von außen prüfen, denn eine Website, die ausgefallen ist, kann sich nicht selbst melden. Ein externer Dienst ruft die Website in festen Abständen auf und schickt eine Nachricht per E-Mail, SMS oder Messenger, wenn sie nicht antwortet oder einen Fehler liefert. Viele dieser Dienste messen nebenbei die Antwortzeit und zeigen so, ob der Server langsamer wird. Das Plugin Jetpack bietet eine solche Überwachung mit E-Mail-Benachrichtigung, laut Beschreibung kostenlos für nicht kommerzielle Websites [1].

Prüfe am besten nicht nur die Startseite. Eine Seite, die von der Datenbank abhängt, etwa ein Blogbeitrag oder eine Produktseite, zeigt auch Datenbankprobleme, die eine zwischengespeicherte Startseite verbergen kann. Manche Dienste können zusätzlich prüfen, ob ein bestimmter Text auf der Seite steht. So fällt auch eine Website auf, die zwar antwortet, aber nur noch eine Fehlermeldung zeigt.
Zertifikat und Domain
Ein abgelaufenes Zertifikat führt dazu, dass Browser eine deutliche Warnung zeigen und viele Besucher abbrechen. Zertifikate von Let's Encrypt, die viele Hoster nutzen, sind 90 Tage gültig, Let's Encrypt empfiehlt eine Erneuerung etwa alle 60 Tage [2]. Meist erledigt der Hoster das automatisch, aber gerade nach einem Umzug oder einer Änderung an der Domain kann die Erneuerung scheitern. Ein Monitoring, das das Ablaufdatum prüft und rechtzeitig warnt, verhindert böse Überraschungen. Dasselbe gilt für die Domain selbst, wenn sie bei einem anderen Anbieter liegt als das Hosting.
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Updates und Website-Zustand
WordPress meldet verfügbare Updates im Adminbereich und schickt nach automatischen Updates von Plugins und Themes eine E-Mail, ob sie geklappt haben oder fehlgeschlagen sind [3]. Diese Mails gehen an die Administrator-Adresse. Prüfe, dass dort eine Adresse steht, die auch gelesen wird.
Unter Werkzeuge und Website-Zustand prüft WordPress selbst eine Reihe von Punkten und sortiert die Ergebnisse in kritische Probleme und empfohlene Verbesserungen. Dazu gehören nicht funktionierende Hintergrund-Updates, eine veraltete PHP-Version, ausstehende Plugin-Updates, öffentlich angezeigte Fehler und fehlgeschlagene Loopback-Anfragen, die WordPress für geplante Aufgaben braucht [4]. Ein Blick dorthin lohnt sich nach jedem Update. Fallen geplante Aufgaben aus, laufen auch automatische Updates und manche Sicherungen nicht, weil sie an der Zeitsteuerung von WordPress hängen [3].
Fehler und Abstürze
Seit Version 5.2 erkennt WordPress schwere PHP-Fehler und schickt eine E-Mail mit einem Link in den Wiederherstellungsmodus an die Adresse des Administrators [5]. Diese Mail ist oft das erste Zeichen, dass ein Update etwas zerstört hat. Sie kommt aber nur an, wenn die Website Mails verschicken kann und die Adresse stimmt.

Weniger schwere Fehler zeigen sich in den Fehlerprotokollen des Servers. Viele Hoster stellen sie in ihrer Verwaltungsoberfläche bereit. WordPress kann Fehler zusätzlich in eine eigene Datei schreiben, wenn die Konstanten WP_DEBUG und WP_DEBUG_LOG gesetzt sind [6]. Die Dokumentation rät aber davon ab, die Debug-Werkzeuge auf einer öffentlichen Website zu nutzen [6], und der Website-Zustand warnt, wenn Fehler in eine möglicherweise öffentlich abrufbare Datei geschrieben werden [4]. Für die laufende Überwachung sind die Protokolle des Servers deshalb der bessere Weg.
Sicherheit und Google
Ein Angriff bleibt oft lange unbemerkt, weil die Website für den Betreiber normal aussieht. Hilfreich sind deshalb Hinweise von außen. Die Google Search Console meldet im Bericht zu Sicherheitsproblemen, wenn Google gehackte Inhalte, Schadsoftware oder Seiten findet, die Besucher zu riskanten Handlungen verleiten sollen [7]. Hinterlege dort eine Adresse, die Benachrichtigungen erhält. Sicherheits-Plugins können außerdem Dateien mit den Originalen vergleichen und bei Änderungen warnen. Was du im Ernstfall tust, beschreibt WordPress gehackt.
Sicherungen überwachen
Eine Sicherung, die unbemerkt aufgehört hat zu laufen, ist eines der unangenehmsten Probleme, weil es erst im Ernstfall auffällt. Richte im Backup-Plugin Benachrichtigungen bei Fehlern ein und sieh regelmäßig am Speicherort nach, ob die neuesten Sicherungen vorhanden sind und eine plausible Größe haben. Wie du Sicherungen aufbaust, steht in der WordPress Backup-Strategie.

Ladezeit und Indexierung
Auch eine schleichende Verschlechterung lässt sich überwachen. Die Search Console zeigt im Bericht zu den Core Web Vitals, ob Seiten die Schwellen von Google einhalten: Largest Contentful Paint innerhalb von 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint unter 200 Millisekunden und Cumulative Layout Shift unter 0,1 [8]. Der Bericht zur Seitenindexierung zeigt, ob plötzlich mehr Seiten aus dem Index fallen, etwa weil nach einem Update ein noindex gesetzt wurde. Ein Blick in beide Berichte einmal im Monat genügt meist. Mehr dazu unter Performance und SEO-Hygiene in der Wartung.
Mehrere Websites im Blick
Wer mehrere WordPress-Websites betreut, etwa für verschiedene Standorte oder Marken, verliert schnell den Überblick, wenn er sich in jede einzeln einloggen muss. Dafür gibt es Werkzeuge, die mehrere Installationen zentral anzeigen: welche Versionen laufen, wo Updates ausstehen und ob die letzte Sicherung geklappt hat. Manche spielen Updates auch zentral ein. Das spart Zeit, bündelt aber auch die Zugänge an einer Stelle. Ein solches Werkzeug muss deshalb besonders gut geschützt sein, mit starkem Passwort und Zwei-Faktor-Anmeldung.
Was du wann prüfst
| Was | Wie | Wie oft |
|---|---|---|
| Erreichbarkeit | externer Dienst | laufend, mit Benachrichtigung |
| Zertifikat und Domain | externer Dienst oder Erinnerung | laufend, Warnung vor Ablauf |
| Updates und Website-Zustand | WordPress-Adminbereich | nach jedem Update |
| Fehler | Mails von WordPress, Serverprotokolle | laufend und monatlich |
| Sicherheit | Search Console, Sicherheits-Plugin | laufend, mit Benachrichtigung |
| Sicherungen | Backup-Plugin und Speicherort | monatlich |
| Ladezeit und Indexierung | Search Console | monatlich |
Wer auf Warnungen reagiert
Monitoring ist nur so gut wie die Reaktion auf eine Warnung. Eine Mail über einen Ausfall um zwei Uhr nachts hilft wenig, wenn sie erst am Montag gelesen wird. Plane deshalb, wer Warnungen liest und wer im Ernstfall handelt. Wie wir die Wartung abrechnen, steht unter WordPress Wartung: Kosten und Abrechnung. Für akute Ausfälle gibt es den Notdienst bei Serverausfall, rund um die Uhr erreichbar unter 0800 188 7 100.
Du willst wissen, was du für deine WordPress-Website überwachen solltest und mit welchen Mitteln? Stell die Frage in der gratis Sprechstunde.
- Organisation Jetpack (Plugin-Verzeichnis). WordPress.org Plugins. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation FAQ. Let's Encrypt. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Plugin and themes auto-updates. WordPress.org Documentation. Stand 13.01.2023. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Site Health screen. WordPress.org Documentation. Stand 12.07.2026. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Fatal Error Recovery Mode in 5.2. Make WordPress Core, Felix Arntz. Stand 16.04.2019. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Debugging in WordPress. WordPress Advanced Administration Handbook. Stand laufend. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Bericht zu Sicherheitsproblemen. Google Search Console-Hilfe. Stand ohne Datum. abgerufen am 31.10.2026
- Organisation Core Web Vitals und Google-Suchergebnisse. Google Search Central. Stand 18.12.2025. abgerufen am 31.10.2026
Häufige Fragen
Was sollte ich bei WordPress überwachen?
Erreichbarkeit, Zertifikat und Domain, Updates und Website-Zustand, Fehler, Sicherheitsmeldungen, Sicherungen sowie Ladezeit und Indexierung. Erreichbarkeit und Zertifikat prüft ein externer Dienst, den Rest zeigen WordPress und die Search Console.
Kann WordPress sich selbst überwachen?
Teilweise. Der Website-Zustand meldet Probleme, und WordPress schickt Mails zu automatischen Updates und schweren Fehlern. Einen Ausfall der ganzen Website kann WordPress aber nicht selbst melden. Dafür brauchst du einen Dienst von außen.
Wie oft sollte die Erreichbarkeit geprüft werden?
Laufend in kurzen Abständen, mit sofortiger Benachrichtigung. Wichtig ist, dass jemand die Benachrichtigung zeitnah liest und reagieren kann.
Warum kommen keine Mails von WordPress an?
Häufige Gründe sind eine veraltete Administrator-Adresse oder ein Server, der keine Mails zuverlässig verschickt. Prüfe die Adresse unter Einstellungen und Allgemein und teste den Mailversand.
Wer sollte die Benachrichtigungen lesen?
Eine Adresse, die mehrere Personen lesen, und mindestens eine Person, die im Ernstfall reagieren kann. Eine Warnung nützt nur, wenn jemand sie zeitnah sieht.
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Zuletzt geprüft am 03.11.2026, nächste Prüfung spätestens im November 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.


